Zwei Läufer in einem
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In der japanischen Ästhetik gibt es ein Konzept namens ura-omote – die verborgene und die sichtbare Seite. Alles besitzt beides. Das Futter des Kimonos wird ebenso sorgfältig betrachtet wie sein Äußeres. Die Rückseite eines Stellschirmgemäldes wird mit der gleichen Sorgfalt vorbereitet wie seine Vorderseite. Die Innenseite einer Teeschale wird mit ebenso viel Aufmerksamkeit glasiert wie die Oberfläche, von der man trinkt.
Der Aki-No-Mori Runner wurde mit diesem Prinzip als organisierender Logik gefertigt. Es ist ein vollständig wendbares Stück – beide Seiten sind aus Vintage-Zeremonialseide gewebt, jede trägt ihre eigene vollständige Komposition, jede ist in der Lage, als primäre Oberfläche zu bestehen. Dreht man ihn um, offenbart der Runner keine Unterseite. Er offenbart ein völlig anderes Stück.
Der Aki-No-Mori schöpft aus herbstlicher Obi-Seide: tiefe Chrysanthemen-Goldtöne, das besondere warme Braun von kuri (Kastanie), Akzente des gedämpften Terrakotta, das in spätjapanischen Textilpaletten erscheint. Eine Seite trägt das kompositorische Hauptgewicht – ein fließendes botanisches Muster, das sich über die gesamte Länge des Runners erstreckt. Die Rückseite präsentiert die gleichen Farben in einer strafferen, geometrischeren Anordnung.
Unter unseren Tischläufern aus Seide ist dies das Stück, das das japanische Prinzip der sorgfältigen Beachtung dessen, was nicht unmittelbar sichtbar ist, am direktesten verkörpert.