Das Tuch, das alles erinnerte
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Ich bewahre ein Furoshiki am Haken neben meiner Tür auf. Es ist nicht besonders alt – vielleicht vierzig Jahre, Baumwolle, irgendwo in der Region Kansai indigoblau gefärbt. Ich benutze es für den Markt. Ich benutze es, um Wein einzupacken, wenn ich zum Abendessen gehe. Manchmal benutze ich es als Schal.
Das Furoshiki ist eines der ältesten durchgehenden Objekte in der japanischen materiellen Kultur. Ein quadratisches Tuch – Seide, Baumwolle, Hanf, Leinen – seit Jahrhunderten verwendet, um Dinge zu tragen, Dinge einzupacken, Dinge zu verschenken, Dinge aufzubewahren. Keine Metallbeschläge. Keine Reißverschlüsse. Keine Logos. Nur Stoff und das Wissen, wie man ihn faltet.
Es gibt etwa 100 traditionelle Furoshiki-Falttechniken, jede für einen anderen Zweck. Das Suika-tsutsumi umschließt eine Wassermelone. Das Hon-tsutsumi umhüllt ein Buch. Das Bin-tsutsumi hält zwei Flaschen aufrecht und getrennt. Man lernt diese Faltungen einmal, und dasselbe quadratische Tuch wird zu einer Markttasche, einem Lunchpaket, einer Geschenkverpackung, einer Tasche in einer Tasche. Der Stoff passt sich an. Man ersetzt ihn nicht – man lernt eine andere Faltung.
Dies ist das Prinzip, das allem zugrunde liegt, was wir bei Renaras tun. Die Seide wird nicht obsolet. Der Obi wird nicht zu Abfall, wenn sein zeremonieller Kontext vorüber ist. Er wird zu etwas anderem – einem Bekleidungsbestandteil, einer Oberfläche, einer Wand, einem Kissen – durch einen Akt der Transformation, der bewahrt, was ihn bedeutsam gemacht hat, und ihm gleichzeitig einen neuen Zweck gibt.