Seide im Europäischen Salon

Eine Frage, die uns oft gestellt wird: Wie bringt man japanische Zeremonialseide in ein europäisches Zuhause, ohne dass es sich wie ein Kostüm anfühlt?

Das ist eine berechtigte Frage. Die Befürchtung ist, dass ein Stück Nishijin-Obi-Seide – gewebt mit Goldfaden für eine spezifische Zeremonialfunktion in einem spezifischen kulturellen Kontext – in einem niederländischen, deutschen oder schwedischen Interieur als Aneignung oder als eine Art dekoratives Theater wirken könnte. Diese Befürchtung ist es wert, direkt untersucht zu werden.

Die Antwort liegt, so haben wir festgestellt, im Verständnis dessen, was diese Objekte tatsächlich sind: keine Symbole einer Kultur, die zur Schau gestellt werden sollen, sondern Materialien von außergewöhnlicher Qualität, die zufällig einen kulturellen Ursprung haben. Ein Stück Vintage-Obi-Seide ist im Grunde ein Textil von außerordentlicher Raffinesse – in seiner Webstruktur, seiner Materialdichte, seiner Farbe. Es sind diese materiellen Qualitäten, die es für zeitgenössische Interieurs geeignet machen, nicht sein symbolischer Inhalt.

japanische Seidenwandkunst in einem Raum wirkt, ist primär materiell und visuell, nicht symbolisch. Es verdient seinen Platz durch die Qualität seiner Oberfläche, seine Größe, seine Farbbeziehung zum umgebenden Raum.

Die folgenden praktischen Hinweise stammen aus zwei Jahren Erfahrung, in denen diese Stücke in europäische Haushalte gebracht und beobachtet wurden, was funktioniert.

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